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Wirtschaft
14.05.2022

Kryptowährungen im Tief, US-Dollar auf Jahreshöchst

Der Druck auf die Aktien infolge Krieg, Inflationsängsten und Rohstoffverknappung erfasste mittlerweile auch die Kryptowährungen. Nach einem neuen Einbruch mit Jahrestiefstkursen erfolgte erst zu Wochenschluss eine technische Erholung.

Die Ängste bezüglich einer Ausweitung des Kriegs in der Ukraine halten an, ebenso die Inflationsrisiken und Befürchtungen, dass die Notenbanken in Zukunft ihrer Teuerungsbekämpfung keine Rücksicht mehr nehmen auf die wirtschaftliche Entwicklung, auch in Europa.

Schweden und Finnland hegen Pläne, der NATO beizutreten, was der Russen missfällt. Letztere antworten mit Stromabschaltungen nach Skandinavien.

Indien – zweitgrösster Getreideproduzent der Welt – stoppt die Weizenexporte, infolge zunehmender Verknappung und höherem Eigenbedarf im Land.

China und neu auch Nordkorea kämpfen weiterhin gegen die Corona-Pandemie. Die Zero-Covid-Strategie führt immer wieder zu Lockdowns. China erwartete ursprünglich ein Wirtschaftswachstum von 5.5 Prozent für 2022. Die Erwartungen sind nun aber auf nur noch knapp über 4 Prozent geschrumpft.

Die Krise hat auch die Kryptowährungen erfasst. Der Bitcoin und andere erreichten Jahrestiefste und kosten teilweise nur noch halb so viel wie vor einem Jahr. Währungsexperten favorisieren den US-Dollar infolge steigender Zinsen. Im Gegensatz dazu hat der Schweizerfranken etwas an Wert nachgegeben. Der US-Dollar stieg auf ein neues Jahreshoch und ist nun wiederum auf Parität von 1:1 zum Schweizerfranken

Die Preise von Rohöl schwankten zeitweise stark. Zum einen gibt es hier Verknappungsängste. Andererseits wird längerfristig ein Rückgang der Nachfrage prognostiziert durch Dekarbonisierung (Verbot von Diesel- und Benzinfahrzeugen sowie Ölheizungen ab 2035) und weniger Wirtschaftswachstum.

Unternehmensergebnisse

Die Aktienbörse tendiert seit über einem Monat ununterbrochen zur Schwäche. Erst am Freitag setzten die Märkte zu einer technischen Erholung an. Der SMI - der Index der Grosskapitalisierten stabilisierte sich auf einem Niveau von 11‘650. Vor allem Finanzwerte und Zykliker profitierten von der Erholung.

Negativ überrascht hat der Pharmaherstellers Roche. Misserfolge in der Forschung bezüglich eines Krebsmedikaments führten zu einem vorübergehenden Kurssturz.

Anders bei Alcon, Hersteller von Augenheilmitteln, die Aktien verbesserten sich nach Quartalszahlen. Alcon steigerte Gewinn und Umsatz deutlich. Der Gesamterlös des schweizerisch-amerikanischen Konzerns kletterte auf USD 168 Mio. von 84 Mio. im Vorjahr, Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf USD 2.2 Mrd.

Die Grossgiesserei Swiss Steel hat im ersten Quartal 2021 die Erholung fortgesetzt. Umsatz und Gewinn stiegen markant an. Dabei spielten auch Preiserhöhungen eine Rolle. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf EUR 1.03 Mrd. im ersten Quartal 2022.

Medienberichten zufolge soll der Agrartechnologiekonzern Syngenta wieder an die Börse zurückkehren. Er war bis zur Übernahme durch ChemChina in der Schweiz kotiert.

In den USA hat Tech-Milliardär Elon Musk seinen Deal zum Kauf von Twitter am Freitag für vorläufig als ausgesetzt erklärt.

Aussichten

Nach einem bisherigen Sieg gegen Corona in der westlichen Welt beschäftigen uns in diesem Jahr neue Probleme, überwiegend durch die mit dem Krieg in der Ukraine verbundenen Energie- und Getreideknappheit. Die Notenbanken, vor allem in den USA spielen mit dem Feuer durch Leitzinserhöhungen. Inflationsbekämpfung heisst auch Verstärkung des Schuldenproblems ärmerer Länder. Die Auswirkungen können noch kaum alle abgeschätzt werden. Mit einer Abschwächung der Wirtschaft muss aber gerechnet werden, aber die Zwischenergebnisse der Unternehmungen sind immer noch stark. Die Hoffnungen beruhen auch auf einem baldigen Ende des Krieges.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Uzwil24