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Kanton SG
22.02.2024
23.02.2024 11:51 Uhr

Christine Wirth: "Engagement im Kantonsrat wäre Privileg"

"Es ist ein Privileg, Eigenverantwortung zu übernehmen, mitzumachen und sich zu beteiligen." Bild: zVg.
Für das am 3. März 2024 neu zu wählende Parlament des Kantons St.Gallen kandidiert auch Christine Wirth-Angehrn. Wir fragten die Mitte-Gemeinderätin aus Uzwil und Berusschullehrerin am kaufmännischen Berufsbildungszentrum St. Gallen (kbzsg) nach ihrer Motivation und ihren Zielen.

Christine Wirth, welche Erfahrungen bringen Sie mit für die Mitarbeit im Kantonsrat?
Ich durfte die politischen Prozesse in der Gemeinde Uzwil während elf Jahren als Gemeinderätin kennen lernen. Besonders in meinem Ressort Gesundheit und Soziales konnte ich einiges über die Sozialhilfe, die Spitex, die Pro Senectute und das Pflegeheim mit ihren Abläufen erfahren. Durch meine Tätigkeit als Berufsschullehrerin Informatik am kaufmännischen Berufsbildungszentrum in St. Gallen bin ich computeraffin, was in der heutigen Zeit sehr wertvoll ist. Der Umgang mit Menschen ist meiner Meinung nach eine wichtige Eigenschaft. Ich bin eine offene Person und kann gut zuhören. Zudem bin ich motiviert, im Kantonsrat mitzuwirken.

Welche Themen liegen Ihnen am Herzen?
Für mich ist es wesentlich, dass wir als Gemeinschaft funktionieren und so ist es die Aufgabe der Politik, sich für das Allgemeinwohl stark zu machen. Dazu gehören für mich Menschen wie auch Unternehmen. Ich finde es auch wichtig, dass wir die Eigenverantwortung stärken. Jede Person soll die Verantwortung tragen, die sie kann. Es dürfen keine Leistungen einfach «gratis» gegeben werden. Wir haben gute Sozialversicherungen, die es zu bewahren gibt. Ebenso liegen mir Bildung und Gleichberechtigung am Herzen. Es gibt Themen, da sind die Männer benachteiligt und bei anderen die Frauen.

Was meinen Sie da konkret?
Zum Beispiel ist die Kinderbetreuung immer noch eher Frauensache. Ich glaube, dass es sehr wertvoll für unsere Gesellschaft ist, wenn die Möglichkeit für alle da wäre, sich bei der Familienarbeit zu beteiligen. Ich habe in der Zeit als Mutter sehr viele wertvolle Erfahrungen machen können und würde mir dies für die Väter auch wünschen. Und die Frauen sollen sich auf der anderen Seite beim Erwerbseinkommen beteiligen, was heute vielfach bereits der Fall ist. Dadurch bleiben sie im Arbeitsleben und sind unabhängiger. Es ist mir auch wichtig, dass die Kinder grösstenteils zu Hause betreut sein können. Für mich gehört die Finanzierbarkeit von Lösungen immer bei Entscheiden dazu. Gute Lösungen kosten etwas. Gerade bei der Abstimmung zur 13. AHV-Rente bin ich der Meinung, wir belasten unsere Jugend zu sehr und geben Geld aus, das uns einerseits in einigen Jahren fehlt und andererseits an Personen gelangt, die es gar nicht benötigen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es Menschen gibt, die mehr Rente benötigen würden, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das müsste jedoch anders gelöst werden. Zum Beispiel indem die Mindestrente angehoben wird oder über die Ergänzungsleistung.

Wofür möchten Sie sich besonders einsetzen?
Vor allem für die Bildung und unseren Bildungsstandort. Die Bildung ist für uns in der Schweiz eine sehr wichtige Ressource, da wir keine Bodenschätze besitzen. Als Berufsschullehrperson setze ich mich bereits in meinem Alltag für die duale Berufsbildung ein. Da sind wir weltweit führend und es ist ein Erfolgsmodell. Denn durch die praxisbezogene Bildung werden unsere Jugendlichen zu kompetenten und selbstständigen Menschen ausgebildet. Durch die Reformen in der Bildung wird diese Fähigkeit noch verstärkt. Das ist meiner Meinung nach der Grund für die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz. Auch die Durchlässigkeit bis zum Studium ist eine geniale Errungenschaft, die es zu wahren gibt. Im Gesundheitsbereich brauchen wir Lösungen, damit die Betreuung von hilfsbedürftigen Menschen langfristig sichergestellt werden kann. Sei es die Ausbildung von genügend Fachpersonal wie auch die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Was motiviert Sie, sich für die Gemeinschaft zu engagieren?
Seit ich denken kann, setzte ich mich für die Gesellschaft ein. So haben ich es in meiner Familie kennen gelernt und es macht mir Freude, gibt mir einen Sinn und Zufriedenheit. Mein Leitmotiv ist ein Zitat von Winston Churchill das heisst «Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.» Ich glaube Egoismus macht nicht glücklich.

Welchen Wunsch hätten Sie für die kommende Abstimmung der Kantonsratswahlen 2024?
Ich würde mir wünschen, dass ehrliche, intelligente und engagierte Personen gewählt werden, die nicht sich selbst, sondern das Wohl der Gesellschaft im Vordergrund stellen. Dann könnte der Kantonsrat weiterhin gute Lösungen erarbeiten und das Vertrauen in der Bevölkerung stärken. Es ist ein grosses Privileg, die Menschen zu wählen, die unsere Lösungen in Zukunft im Kanton St.Gallen erarbeiten. Nutzen Sie diese Gelegenheit und gehen Sie wählen.

Jürg Grau
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