Bei Aufwänden von rund 28,2 Millionen Franken und Einnahmen von fast 28,5 Millionen Franken schliesst die Jahresrechnung mit einem Gewinn von Fr. 280'381.74 ab. Der Gemeinderat hat vorbehältlich der Zustimmung der Bürgerschaft entschieden, den Ertragsüberschuss vollumfänglich in den Bilanzüberschuss zu legen. Das Jahresergebnis 2023 ist erfreulich, budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 2,37 Millionen Franken. Dies ergibt eine Besserstellung von 2,65 Millionen Franken. Der Gemeinderat budgetierte detailliert und stellte alle bekannten Ausgaben ein. Die Abweichungen sind einerseits darin begründet, dass verschiedene geplante Ausgabenposten wegen Verzögerungen wie Einsprachen oder noch nicht rechtskräftige Projekten nicht benötigt wurden und mit den vorhandenen Finanzmitteln haushälterisch umgegangen wurde: In fast allen Funktionen des bewilligten Budgets wurde die Ausgabenseite nicht ausgeschöpft. Andererseits war die Ertragsseite einmal mehr schwierig abzuschätzen – der Mehrertrag aus den diversen Steuerarten von über 1,1 Millionen Franken ist erfreulich (siehe Bericht).
Budget 2024
Das Budget 2024 rechnet mit Ausgaben von fast 30,3 Millionen Franken und Einnahmen von rund 28,1 Millionen Franken. Dies führt zu einem Aufwandüberschuss von 2'166'600 Franken. Bei mehr als 80 Prozent der Ausgaben handelt es sich um gebundene Ausgaben, wenn also eine gesetzliche Pflicht für diese Leistungen besteht. Darunter fallen insbesondere die Gehälter des gesamten Gemeindepersonals, die Sozial- und Gesundheitskosten sowie auch grosse Teile der Schulkosten.
Trübe Aussicht
Trotz dem positiven Rechnungsergebnis ist es wichtig, ausgewogen zu budgetieren. Zurückhaltung hat der Gemeinderat bei der Budgetierung der nicht gebundenen Ausgaben geübt. So sind im Budget fast keine Ausgabenpositionen zu finden, die nicht dringend erforderlich sind. Sorgen bereitet dem Gemeinderat der überproportionale Zuwachs der Ausgabenseite. So wurden diverse geplante «Wunsch-Ausgaben» gestoppt. Diese sind für den Betrieb nicht unbedingt erforderlich (nice to have) – vor der Streichung diverser Positionen beinhaltete da Budget einen Ausgabenüberschuss von rund drei Millionen Franken. Deshalb hat der Gemeinderat einen Ersatz der Steuerung der Heizung im Feuerwehrdepot, verschiedene Beleuchtungsanpassungen auf LED in den Schulhäusern und im Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum oder auch neue Markisen verschoben. Vorerst wird auf das Aufwertungsprojekt beim Begegnungsplatz, auf die Neugestaltung des Innenlebens des Kreisels Grünhof, auf eine LED-Fahrplananzeige bei der Bushaltestelle «Schule» und auf einen Pump Track verzichtet. Bei der geplante Sanierung der Weierenstrasse, Abschnitt Brücke Dorfbach bis Einlenker Schulstrasse, ist derzeit offen, wann das Rechtsverfahren abgeschlossen ist. Es wird von einem Baustart im Frühjahr 2025 ausgegangen, wonach dann die öffentliche Beleuchtung ersetzt wird. Die Aussichten auf das Jahr 2024, für welches nochmals mit einem Aufwandüberschuss von über zwei Millionen Franken gerechnet wird, sind wenig erfreulich. Durch die guten Ergebnisse der letzten Jahre konnte die Gemeinde ein beachtliches Eigenkapital bilden. Dies Ausgangslage macht es nun möglich, Verluste zu kompensieren. Allerdings nur auf eine kurze Sicht. Mittelfristig ist der Gemeinderat gefordert, das strukturelle Defizit auszugleichen. Entsprechende Massnahmen sind eingeleitet.
Attraktive Steuersätze
Zuzwil verfügt im Kantonsschnitt über einen attraktiven Steuerfuss. Die bisherigen Steuersätze mit einem Steuerfuss von 77 Prozent und einer Grundsteuer von 0,4 Promille vom Verkehrswert können weiterhin beibehalten werden. Die Steuerkraft – das heisst der Ertrag aus den Gemeindesteuern – liegt deutlich über dem kantonalen Durchschnitt. Der Gemeinderat ist in all den Jahren haushälterisch mit den finanziellen Mitteln umgegangen. In den letzten Jahren hat sich aber eine permanente Lastenverschiebung vom Kanton auf die Gemeinden abgezeichnet. Daneben werden – aufgrund veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen – insbesondere auch die Erträge aus den Steuern der juristischen Personen beziehungsweise Unternehmen weniger. Der Gemeinderat wird die finanziellen Perspektiven weiterhin genau beobachten. Selbstverständlich ist er zusammen mit der Verwaltung bemüht, die Aufgaben effizient und dienstleistungsorientiert zu erfüllen.
Wenig investiert
Die Investitionsrechnung sieht gegenüber früheren Jahren bescheiden aus. Es wurden rund 550'800 Franken für das provisorische Rasen-Trainingsspielfeld und das Garderoben-Provisorium sowie für das Vorprojekt Hochwasserschutz am Dorfbach ausgegeben. Dem stehen Anschlussbeiträge für die Kanalisation von Privaten von rund 367'400 Franken gegenüber. Für das Jahr 2024 rechnet die Investitionsrechnung mit Ausgaben von netto 1,5 Millionen Franken. Nebst den bewilligten Krediten für die Sanierungen der Oberdorf- und der Weierenstrasse sowie Anteile an das Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) Unterdorfstrasse werden die im Jahr 2023 begonnene Ergänzung der Sportinfrastruktur mit dem provisorischen Rasen-Trainingsspielfeld an der Herbergstrasse sowie dem Garderoben-Provisorium beim Fussballplatz Züberwangen fertig gestellt. Die geplante Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem Schulhaus Züberwangen wird über die Erfolgsrechnung abgerechnet. Aufgrund einer Wirtschaftlichkeitsprüfung wird eine kleinere Anlage installiert. Für den Umbau und die Sanierung des Gemeindehauses wird an der Bürgerversammlung ein Kredit von 610'000 Franken beantragt.
Finanzplan bis 2028
Der Finanzplan dient als Arbeitsin trument für eine zielgerichtete und längerfristig ausgewogene Investitions- und Finanzpolitik. Dabei sind die Gemeinden verpflichtet, für einen Zeitraum von mindestens drei – dem Budget folgenden – Jahren einen Finanzplan zu erstellen. Der Finanzplan versteht sich als rollende Planung. Er enthält eine Menge von Parametern, darunter beispielsweise eine Prognose der Bevölkerungsentwicklung oder die Entwicklung der einfachen Steuern natürlicher Personen und die Abschätzung von Aufwand und Ertrag. Zudem haben die möglichen Investitionsvorhaben Einfluss auf die Planung. Die prognostizierten Aufwandüberschüsse sind durch das freie Eigenkapital gedeckt. Das freie Eigenkapital weist heute einen Stand von knapp 12,3 Millionen Franken auf. Am Ende der Planungsperiode im Jahr 2028 wird noch mit einem Eigenkapital von rund 1,7 Millionen Franken gerechnet. Sobald der Projektentscheid für die Umsetzung von Hochwasserschutzmassnahmen am Dorfbach bekannt ist, werden die Kosten des Gemeindeanteils in den Finanzplan aufgenommen.
Finanzkennzahlen
Im Geschäftsbericht werden verschiedene Finanzkennzahlen abgebildet. Die interessierte Leserschaft kann daraus einige Schlüsse ziehen, so beispielsweise bei der Nettoschuld pro Einwohnerin und Einwohner, bei der Zuzwil mit rund 1'240 Franken eine mittlere Verschuldung aufweist. Damit die getätigten und geplanten Investitionen getragen und die Erhöhung der Verschuldung möglichst geringgehalten werden kann, wird dem Erzielen eines möglichst grossen «Cashflows» (Gewinn plus Abschreibungen) hohe Priorität geschenkt.