«Drei, zwei, eins, Action!» heisst es am Montagmorgen auf der Strasse vor dem Schulhaus Thurzelg. Rund 70 Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe stehen auf den Trottoirs: Ein kleiner Bereich der Strasse ist für kurze Zeit abgesperrt. In einem Auto nähert sich der eine Protagonist. Auf einem Velo, einem Skateboard und einem Kickboard setzen sich die anderen in Szene. Abgelenkt durch Trinken, Musikhören, Telefonieren ergibt sich eine fatale Verkettung von Unfällen. Die Ereignisse überschlagen sich, die Menschen ebenfalls.
TCS-Projekt: Wenn sich Ereignisse und Menschen überschlagen
Das Spektakel geschieht nicht einfach aus Sensationslust, sondern aus Präventionsgründen: Das TCS-Projekt «Tatort Schule» ist vor fünf Jahren in Bern als Pilotversuch durchgeführt worden, seither profitieren viele Schulen von dieser Verkehrsprävention. In diesem Jahr sind die Stuntmen unter der Leitung von Marcel Stucki an 15 Deutschschweizer Orten zu Gast.
Diskussion und Information in Modulen
Stucki führt in Bern eine professionelle Stuntfirma; diese ist ansonsten mit Stürzen, Flügen, Crashes, Flammen in Kriminal- und Actionfilmen wie «Alarm für Cobra 11», «Bestatter» oder in Werbespots im Einsatz. Zu den staunenden Zuschauerinnen und Zuschauern in Oberbüren gehören auch Lehrpersonen, die Schulleiterin Mary Baumgartner sowie ein Vorstandsmitglied der TCS-Regionalgruppe Wil und Umgebung. Nach dem Auftritt im Freien werden im Plenum die Strassensituationen und das Fehlverhalten mit den Schülerinnen und Schülern besprochen. Anschliessend wirken die Stuntmen in den Schulzimmern als Workshopleiter: In vier Modulen geht es um Themen wie Ablenkung, Reaktionszeit/Anhalteweg, Vorbeugen und Unfallfolgen. Filmeinspielungen ergänzen die theoretischen Ausführungen und Diskussionen. Die Schülerinnen und Schüler werden mit Problemstellungen konfrontiert und reflektieren ihr Mobilitätsverhalten.
Vertiefung im Schulalltag
Zum Beispiel bespricht Frédéric Gerber, der zuvor auf dem Kickboard in Aktion gestanden ist und einen Sturz produziert hat, in seinem Workshop mit den Jugendlichen das Thema «Geteilte Aufmerksamkeit». Natürlich erzählen die Stuntmen auch von ihrer Arbeit. Während sich die Schülerinnen und Schüler in den Workshops aufhalten, informiert Projektleiter Peter Iseli die Lehrpersonen über Möglichkeiten für die Vertiefung im Schulalltag mit der Plattform edu4motion. Er stellt Unterrichtsmaterialien vor.