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Bildung
19.08.2024
20.08.2024 08:45 Uhr

TCS-Projekt: Wenn sich Ereignisse und Menschen überschlagen

Das Unheil nimmt seinen Lauf. Bild: zVg
Prävention mit reichlich Spektakel: Das TCS-Projekt «Tatort Schule» war am Montag, 19. August 2024, in Oberbüren zu Gast.

«Drei, zwei, eins, Action!» heisst es am Montagmorgen auf der Strasse vor dem Schulhaus Thurzelg. Rund 70 Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe stehen auf den Trottoirs: Ein kleiner Bereich der Strasse ist für kurze Zeit abgesperrt. In einem Auto nähert sich der eine Protagonist. Auf einem Velo, einem Skateboard und einem Kickboard setzen sich die anderen in Szene. Abgelenkt durch Trinken, Musikhören, Telefonieren ergibt sich eine fatale Verkettung von Unfällen. Die Ereignisse überschlagen sich, die Menschen ebenfalls.

Eben noch auf dem Skateboard und schon auf dem heranfahrenden Auto… Bild: zVg

Das Spektakel geschieht nicht einfach aus Sensationslust, sondern aus Präventionsgründen: Das TCS-Projekt «Tatort Schule» ist vor fünf Jahren in Bern als Pilotversuch durchgeführt worden, seither profitieren viele Schulen von dieser Verkehrsprävention. In diesem Jahr sind die Stuntmen unter der Leitung von Marcel Stucki an 15 Deutschschweizer Orten zu Gast.

Marcel Stucki, Chef des Stuntmen-Teams, informiert die Jugendlichen. Bild: zVg

Diskussion und Information in Modulen

Stucki führt in Bern eine professionelle Stuntfirma; diese ist ansonsten mit Stürzen, Flügen, Crashes, Flammen in Kriminal- und Actionfilmen wie «Alarm für Cobra 11», «Bestatter» oder in Werbespots im Einsatz. Zu den staunenden Zuschauerinnen und Zuschauern in Oberbüren gehören auch Lehrpersonen, die Schulleiterin Mary Baumgartner sowie ein Vorstandsmitglied der TCS-Regionalgruppe Wil und Umgebung. Nach dem Auftritt im Freien werden im Plenum die Strassensituationen und das Fehlverhalten mit den Schülerinnen und Schülern besprochen. Anschliessend wirken die Stuntmen in den Schulzimmern als Workshopleiter: In vier Modulen geht es um Themen wie Ablenkung, Reaktionszeit/Anhalteweg, Vorbeugen und Unfallfolgen. Filmeinspielungen ergänzen die theoretischen Ausführungen und Diskussionen. Die Schülerinnen und Schüler werden mit Problemstellungen konfrontiert und reflektieren ihr Mobilitätsverhalten.

Vertiefung im Schulalltag

Zum Beispiel bespricht Frédéric Gerber, der zuvor auf dem Kickboard in Aktion gestanden ist und einen Sturz produziert hat, in seinem Workshop mit den Jugendlichen das Thema «Geteilte Aufmerksamkeit». Natürlich erzählen die Stuntmen auch von ihrer Arbeit. Während sich die Schülerinnen und Schüler in den Workshops aufhalten, informiert Projektleiter Peter Iseli die Lehrpersonen über Möglichkeiten für die Vertiefung im Schulalltag mit der Plattform edu4motion. Er stellt Unterrichtsmaterialien vor. 

Die Stuntmen (im Bild: Frédéric Gerber) agieren als Workshopleiter in den Klassenzimmern. Bild: zVg
Projektleiter Peter Iseli führt in den Halbtag ein. Bild: zVg
pd / TCS SG-AI
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