Es gab bislang kaum Abstimmungen in der Gemeinde Zuzwil, bei der so viele Informationsquellen zur Verfügung gestellt wurden, wie für die Abstimmung über die beiden Projektvorschläge zum Hochwasserschutz.
Diese Informationen, Argumente und Meinungen finden Interessierte u. a. unter folgenden Internetadressen:
Worum gehts?
Grundsätzlich geht es darum, dass die Gemeinde Zuzwil sich gegen die Folgen eines Jahrhundert-Hochwassers schützen will. Nun stehen zwei Lösungsansätze zur Auswahl. Die Variante "Teilausbau mit Rückhaltebecken" wurde von einer Projektgruppe in den letzten Jahren entwickelt. Weil die veranschlagten Kosten für einige Zuzwiler und für den Gemeinderat zu hoch waren, wurde die Variante "Vollausbau" wieder ins Spiel gebracht: sie stammt aus dem Jahr 2015 und fand an der Abstimmung 2018 keine Mehrheit. Damit die beiden Projekte verglichen werden können, wurde das "Vollausbau"-Projekt technisch und bezüglich Kosten und auf den neuesten Stand gebracht. Im Vergleich resultiert gemäss Abstimmungsunterlagen ein grosser Kostenvorteil für die Variante "Vollausbau".
Gemeinderat forciert Variante "Vollausbau"
Die Ausgangslage zeigt sich wie folgt: Der Gemeinderat forciert, primär aus Kostengründen, die Variante "Vollausbau". Auf der anderen Seite stehen die Projektgruppe und eine grosse Zahl von Dorfbach-Anwohnern, die das Projekt "Teilausbau mit Rückhaltebecken" bevorzugen. Die Argumente beider Seiten sind auf den oben erwähnten Websites zu finden.
Am Orientierungsanlass wurde darüber diskutiert, ob bei der Gegenüberstellung der beiden Projektvarianten tatsächlich Äpfel mit Äpfeln verglichen werden. Der Vorwurf wurde geäussert, dass die Kosten für den "Vollausbau" runter- und jene des "Teilausbaus mit Rückhaltebecken" hochgerechnet wurden, um die Kostenvorteile der Gemeinderatsvariante möglichst gross darstellen zu können. Die anwesenden Fachleute dementierten dies. Sie hielten die Zahlen für korrekt und begründeten deren Herleitung - stets mit Verweis auf die Vorprojektphase und einer Schätzungsunsicherheit von +/-20%.
Weitere Diskussionspunkte waren die Höhe des Damms für das Rückhaltebecken, die Tiefe der notwendigen Gräben bei einem Vollausbau, die Entschädigung der Dorfbach-Anwohner für die Verringerung der Umgebungsflächen, die allfällige Kostenabwälzung für die Sanierung des belasteten Standorts (ehemalige Deponie) und auch die Konsequenzen eines Neins zu beiden Projektvarianten. Letzteres würde gemäss Gemeindepräsident Roland Hardegger dazu führen, dass bis auf Weiteres in den gefährdeten Zonen jeder Eigentümer selbst für den Hochwasserschutz besorgt sein müsste.