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Zuzwil
31.10.2024
01.11.2024 09:09 Uhr

Zuzwil: FDP und Die Mitte sprechen sich für Variante "Vollausbau" aus

Wie vermeidet Zuzwil ein Überlaufen des Dorfbachs, falls ein Jahrhunderthochwasser das Dorf trifft? Darum geht es.
Am 24. November entscheiden die Stimmberechtigten der Gemeinde Zuzwil über zwei vorgeschlagene Lösungsvarianten zum Hochwasserschutz. In Mediencommuniqués nehmen die FDP Zuzwil und Die Mitte Zuzwil Stellung.

Stellungnahme FDP Zuzwil:

An ihrer ausserordentlichen Mitgliederversammlung hat sich die FDP Zuzwil nach intensiver, kontrovers, aber sachlich und konstruktiv geführten Diskussion mit grosser Mehrheit für die Variante A «Vollausbau» ausgesprochen. Dabei war nicht allein deren bessere Wirtschaftlichkeit massgebend. Bei beiden Varianten gebe es offene Fragen und verbleibende Risiken. Die Alternative «Teilausbau mit Rückhaltebecken» bietet nach Meinung der FDP-Mitglieder nicht den nötigen Mehrwert, um deren erheblich höhere Kosten zu rechtfertigen, zumal auch hier grössere Eingriffe ins Bachbett und damit ins Dorfbild nötig sind.
Der FDP Zuzwil war es wichtig, auch beim zweiten Anlauf sachlich über dieses Generationenprojekt zu beraten und eine faktenbasierte Entscheidung zu treffen. Die FDP geht dabei davon aus, dass beide Varianten nach bestem Wissen berechnet wurden. Einig war man sich, dass ein klarer Handlungsbedarf besteht. Der Bach hat gemäss Naturgefahrenkarte das Potenzial, im Dorf sehr grossen Schaden anzurichten.
Beide Varianten sind nach Meinung der Experten geeignet, die erforderliche Hochwasserentlastung zu gewährleisten und ein Jahrhundertereignis aufzufangen. Beide Varianten sind laut Amt für Wasser und Energie, Abteilung Wasserbau, aus ökologischer und wasserbaulicher Sicht bewilligungsfähig und subventionsberechtigt. Zudem gelten sie ökologisch als gleichwertig, der Bach lasse sich bei beiden Varianten mit geeigneten Massnahmen aufwerten. Auch hätten beide Varianten keinen Einfluss auf das Trinkwasser in Zuzwil.
Der FDP Zuzwil ist bewusst, dass beim «Vollausbau» viele Bachanstösser erheblich betroffen sind und dass der Eingriff für die Bachanstösser bei der Variante «Teilausbau mit Rückhaltebecken» sanfter wäre und etwas weniger Land beansprucht. Hingegen wären beim «Teilausbau» zur Erstellung der nötigen Rückhaltebecken massive Eingriffe in die Landschaft erforderlich und zusätzlich würde eine grosse Fläche an Wiesland und Wald beansprucht. Ausserdem sei es kaum sinnvoll, die kürzlich erst sanierte Strasse verlegen zu müssen.
Die FDP Zuzwil kommt deshalb zum Schluss, dass die Variante «Vollausbau» bei gleichwertigem Hochwasserschutz und Risiken effizienter und deutlich wirtschaftlicher ist. Es entstehen geringere Kosten beim Bau des Hochwasserschutzes selbst. Die Kreditaufnahme, die langfristigen Unterhaltskosten und Zins- und Abschreibungskosten sind tiefer. Zudem fällt die nötige Steuerfusserhöhung klar geringer aus. Die FDP Zuzwil spricht sich daher mit grosser Mehrheit für die Variante «Vollausbau» und gegen die Variante «Teilausbau mit Rückhaltebecken» aus.
FDP Zuzwil
Sabine Plank-Sigg
Präsidentin

Stellungnahme Die Mitte Zuzwil:

Am 24. November 2024 haben die Stimmberechtigten in Zuzwil die Gelegenheit, über ein wichtiges Hochwasserschutzprojekt am Dorfbach abzustimmen. Vorab hatte der Vorstand der Mitte Partei zu einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung am 24. Oktober 2024 eingeladen, um die beiden Varianten – den Vollausbau und den Teilausbau mit Rückhaltebecken – zu erläutern und eine Parole zu fassen.
Die Mitglieder erhielten von einem Projektgruppemitglied einen umfassenden Einblick in die mehrjährige Arbeit der Projektgruppe. Die Empfehlungen zur Teilausbau-Variante mit einem Retentionsbecken wurden im Detail erörtert, gefolgt von einer Vorstellung des Vollausbaus, der ebenfalls ausführlich diskutiert wurde.
Mehrere Gutachten belegen, dass die Abflusskapazität des Dorfbachs nicht ausreicht, um Schäden bei einem hundertjährigen Hochwasserereignis zu verhindern. Ohne angemessene Massnahmen drohen Schäden in Millionenhöhe an Gebäuden, Infrastrukturen und landwirtschaftlichen Flächen. Die Mitte hat daher die dringende Notwendigkeit von Hochwasserschutzmassnahmen erkannt. Der Gemeinderat empfiehlt den Vollausbau des Dorfbachs mit einem Investitionsantrag von 7.7 Millionen Franken. Dieser Ansatz bietet langfristigen Hochwasserschutz, revitalisiert den Bachlauf und fördert die ökologische Vielfalt. Zudem verbessert sich die Aufenthaltsqualität für Anwohner/innen und Besucher/innen.
Die Projektgruppe hat auch die Variante des Teilausbaus entwickelt, die jedoch mit höheren Kosten und einem geringeren Schutzniveau verbunden ist. Insbesondere die hohen Kosten in der Höhe von 21.1 Millionen Franken der Teilausbau-Variante stellen einen negativen Aspekt dar, der die Nachhaltigkeit dieser Lösung in Frage stellt. Kritisch gesehen wird auch der 15 Meter hohe und 120 Meter lange Damm, der viele unbekannte Gefahren in sich birgt.
Beide Varianten wurden in der ausserordentlichen Mitgliederversammlung ausführlich diskutiert, wobei sich eine grosse Mehrheit für die Variante Vollausbau aussprach. Es muss betont werden, dass das Projekt Vollausbau noch im Detail ausgearbeitet werden muss. Daher können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine exakten Masse genannt werden, wie sie von den Befürwortern des Teilausbaus gefordert werden. Es soll jedoch darauf geachtet werden, dass den verschiedenen Partikularinteressen im Rahmen des Bauvorhabens so weit wie möglich Rechnung getragen wird. Es wurde auch deutlich gemacht, dass ein Verzicht auf beide Varianten in Zukunft die teuerste Lösung sein wird. Ohne die dringend notwendigen Hochwasserschutzmassnahmen drohen erhebliche Schäden, deren Ausmass die Kosten eines angemessenen Schutzes bei weitem übersteigen könnten.
Die Mitte Zuzwil lädt die Bevölkerung herzlich ein, sich aktiv und insbesondere sachlich an der Entscheidungsfindung zu beteiligen.
Die Mitte Zuzwil
Serdar Günal Rütsche
Parteipräsident

eing.
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