Leserbrief:
Fünf Jahre nach der letzten Abstimmung, wird am 24. November in Zuzwil wieder über den Hochwasserschutz abgestimmt. Und wieder kochen die Emotionen hoch und wieder werden Falschaussagen gemacht. Grund genug für einen Fakten-Check einiger Aussagen die man z.Z. im Dorf sieht.
Alle Fachleute bestätigen, dass beide Varianten ökologisch gleichwertig sind. Die Aussage «Für eine bessere Ökologie» ist, wenn man die beiden Varianten vergleicht, zumindest irreführend. Schlicht falsch ist die Behauptung «weil der Bach weniger Land benötigt». Für den Teilausbau wird entlang des Bachlaufes wohl etwas weniger Land benötigt (rund 16% weniger). Das ganze Projekt mit den Rückhaltebecken benötigt aber knapp das Dreifache an Land! Genauso falsch ist auch die Aussage «Ein Projekt mit Erweiterbarkeit». Ein Staudamm kann nicht einfach aufgeschüttet werden! Und selbst wenn es machbar wäre, würden erste Gebäude im zurückgestauten Wasser des Rückhaltebeckens versinken. Ironie dieser falschen Behauptung: Erweiterbar ist nur der Vollausbau, weil man da die Option eines kleinen Rückhaltebeckens noch hat.
Interessant ist auch die Aussage «Kein Graben durchs Dorf». Tatsache ist, dass bei beiden Varianten der heutige Dorfbach massiv ausgebaut wird! Tatsache ist auch, dass beide Varianten praktisch die gleiche Mauerfläche für die Seitenwände benötigen. Richtig ist, dass beim Vollausbau der Bach tiefer und breiter wird als beim Teilausbau. Spannend war zu sehen, wie an der Infoveranstaltung der Gemeinde um cm gekämpft wurde, um das Bild des Grabens durch das Dorf aufrecht halten zu können. Hässlich für mich sind Mauern eines Grabens und da sind beide Varianten gleich! Ob das Bachbett 60cm oder 75cm tiefer liegt und der Bach 1.6 m oder 1.8 m breiter wird, stört das Dorfbild für mich nicht und es rechtfertigt schon gar nicht, zwei
Dämme über das Dorf zu bauen und über 20 Mio. mehr auszugeben – darum JA zum Vollausbau!
Jean-Daniel Sieber
Komitee vernünftiger Hochwasserschutz