Wer das Fafou besucht, tritt gleichsam ein in eine geflügelte, schwebende Atmosphäre. Feine Textilkunst luftig installiert und tiefblaue filigrane Pflanzendrucke lassen einen erst mal tief ausatmen und ankommen. Farbenfrohe Collagen, witzig satirische Zeichnungen und liebevolle Malereien im zweiten Raum wecken die Freude auf den nahenden Frühling.
Nachfolgend ein Einblick in die Gedanken der Kunstschaffenden und die Art ihres kreativen Arbeitens. Das Publikum ist eingeladen, einge der Künstlerinnen und Künstler an der Vernissage zu treffen. Die eine oder der andere wird sich in ein Gespräch verwickeln lassen. Oder vielleicht auch nicht.
Sechs Künstlerinnen und Künstler im Fokus
Naomi Garde beschreibt ihren kreativen Prozess: «Gelebtes, Gesehenes und Gefühltes in Werke einfliessen lassen. Im Malen meine innere Ruhe erfahren; Tabus brechen; Gefühle zum Ausdruck bringen; Ausbrechen wild und frei...»
Zitat Deborah Müller: "Ich liebe es, mit Papier und Schere zu hantieren, zu fotografieren, Wörter in Sätze zu verwandeln und ‘Analoges’ zu sammeln – kein Papierschnipsel ist vor mir sicher. Mit Collagen kann ich all das vereinen. Was mit Moodboards nur für mich selbst begann, wurde später zu Postkarten (Tschüss für alles) und ist heute eine spannende Mischung aus beidem."
Dušan Prusák möchte mit seinen Bildern Geschichten erzählen, genauso wie er es mit seiner Musik versucht. Manchmal sind die Geschichten traurig, manchmal lustig, manchmal tief unter der Gürtellinie. «Doch keine noch so kranke menschliche Fantasie vermag die Perversion der Wirklichkeit zu übertreffen. Manchmal befindet sich der dramaturgische Schwerpunkt nicht im Bild selbst, sondern davor, danach oder dahinter.» Daher möchte Dušan auch nicht viel über seine Bilder sprechen. Sie sollen für sich selbst sprechen. Können sie das nicht oder bedürfen irgendwelcher Erklärungen, dann sind sie schlicht und einfach nicht gut genug, sagt er selber.
Tina Behnstedt begreift ihre Kunst als Hommage an die Menschen. Es faszinieren sie aussergewöhnliche Persönlichkeiten. Ihre Kunst soll beim Betrachten ein tiefes Gefühl, eine emotionale Resonanz hervorrufen. Jedes Bild ist eine Geschichte für sich – voller Verletzlichkeit und Stärke, Zweifel und Mut, Glück und Unglück.
eigetyp spiegelt sein Schaffen mit: «I find peace in the smallest details and creating botanical art for soulful homes.» In Long Beach (California), wo er wohnt, nennt er seine blauen Werke botanical sun prints. Eine Auswahl davon hat er bei seiner letzten Abreise in die neue Heimat für die anfang25 hiergelassen. «I feel so blue.»
Julia Hodel, lebt in Winterthur und experimentiert mit verschiedensten Materialien in kreativen Bereichen (Malerei, Metall, Tanz, Musik, Film, Keramik). Seit längerem umkreist sie mit ihren Werken das Thema Leichtigkeit und Schwere.
Weitere Informationen zur Ausstellung auf der Webseite der Galerie www.fafou.ch. Das Fafou Team freut sich auf eine spannende Galeriezeit.