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Kultur
14.05.2021
14.05.2021 07:43 Uhr

Kultur-Renaissance im Toggenburg

Bild: Klangwelt
An Pfingsten lässt die Klangwelt Toggenburg mit Licht- und Klanginstallationen verschiedener Schweizer Künstler*innen die Kultur aufleben. Die «Zwischentonschau» lädt von Freitag- bis Sonntagnacht zum Entdecken, Wandeln und Verweilen ins Obertoggenburg.

Von 21. bis 23. Mai inszeniert die Klangwelt Toggenburg zum Auftakt des Festivaljahres drei Tage Klangkunst, Ausstellung, Performances und visuelle Erlebnisse auf dem ehemaligen Klosterareal St. Johann sowie bei den Thurfällen in Unterwasser. Schweizer Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Werke: Von der Videokunst bei den Thurfällen und auf der Propstei-Fassade, über eine 24-Stunden-Live-Klanginstallation bis zur Lauschkunst im Klostergarten. Die «Zwischentonschau» bietet inhaltlich Neuland, pflegt aber genauso Bilder und Klänge der Heimat.

«Uns ist es wichtig, im Toggenburg ein nachdrückliches Zeichen zu setzen: In einer von der Pandemie geprägten Zeit wollen wir mit dem Festivaljahr die Kultur trotz rigorosen Einschränkungen wieder aufleben lassen. Mit ungewöhnlicher Klangkunst, Installationen und Konzertangeboten in der Natur bieten wir in der Klangwelt auch dieses Jahr Einmaliges.»
Künstlerischer Leiter Christian Zehnder

Illuminationen des Kollektivs Packungsbeilage

Im frei zugänglichen Raum ausserhalb der Klostermauern sind die Lichtprojektionen bereits von Weitem zu sehen: Das Videokunstkollektiv Packungsbeilage taucht im Rahmen des «Lichtspiels» die Fassaden des Klosters in nie gesehene Licht- und Formkompositionen. Im Nachbardorf Unterwasser bespielt das Kollektiv Packungsbeilage ebenfalls mit einer Lichtinstallation «Unterwasserfall» die Thurfälle und unterstreicht nach dem Eindunkeln die Mystik dieses ohnehin grandiosen Naturschauspiels.

24-Stunden-Klanginstallation

In der Klosterkirche präsentieren Christian Zehnder und der bekannte Theaterregisseur Thom Luz von Freitag- bis Samstagmitternacht das Herzstück der Ausstellung. Während 24 Stunden solieren zahlreiche Musiker*innen aus dem Toggenburg und anderswo zu zufällig abgespielten Naturtönen und über den Kirchenbänken schwebenden Nebelwolken.

Klangskulpturen im Klosterareal

Der Glarner Autor Claudio Landolt zeigt beim Projekt «Seismisches Rauschen» Videoinstallationen seiner akustischen Vermessung des Berges Vorderglärnisch und liest aus seinem Buch. Die Basler Kunstschaffenden Till Zehnder und Sascha Alexa Martin Müller präsentieren mit dem «Windspiel» und dem «Thermofona» audiobasierte Kunstwerke. Im Klostergarten wartet der Teufener Künstler Stefan Baumann mit seinem «Lausch-Klanggarten» und gelegentlichen Live-Darbietungen auf dem Cello auf.

Um ein bedenkenloses Kulturvergnügen zu ermöglichen, gestaltet die Klangwelt Toggenburg den Besuchereinlass in Zeitfenstern mit Besucherobergrenzen. Jeweils hundert Personen können während drei Stunden die Kunstinstallationen auf dem grosszügigen Klosterareal besichtigen. Informationen zum Festivaljahr der Klangwelt Toggenburg sowie Ticketbezugsmöglichkeiten für die Zwischentonschau sind unter festivaljahr.ch ersichtlich.

Übersicht zur Zwischentonschau am Pfingstwochenende:

21.05.21 Prolog: Simone & Simone

Die eine zeigt sich tief von der Tradition und Eleganz des Naturjodels fasziniert. Die andere ist in der elektronischen Avantgarde zu Hause, Post Punk und Dark Wave. Die beiden Ausnahmekünstlerinnen sind Simone Aubert  aus Genf (Tout BleuHyperculteMassicot) und Simone Felber (IheimischFamm). Auf Einladung der Klangwelt Toggenburg und des B-Sides treffen sie, die aus komplett verschiedenen Musikwelten stammen, im Toggenburg zum allerersten Mal aufeinander. Mehr crossover geht nicht.

Im Rahmen einer fünftägigen Residenz im Chössitheater in Lichtensteig arbeiten sie an einem gemeinsamen Programm, das sie dann als Auftakt, oder eben Prolog zum Klangwelt-Festivaljahr im Dömli in Ebnat-Kappel uraufführen. Begleitet werden sie dabei von ihren Mitmusiker*innen.

21.05.21 – 23.05.21 Zwischentonschau

Kein Festival, dafür eine Tonschau. Ein zwischenzeitliches Rauschen.

Mal bunt, mal eher grau, und nicht nur wenn die Sonne scheint. Bilder, die hängen bleiben, sich bewegen. Klänge, die kommen und gehen, 86‘400 Sekunden lang. Mal klar, mal vernebelt. Bekanntes aber auch Neues. Ein Berg, der klingt. Das Toggenburg mittendrin und drum herum. Alt St. Johann ganz neu. Auch Unterwasser, und darüber. 

Die Zwischentonschau bietet ungewöhnliche Klangkunst, Installationen, Projektionen und Performances. Auf dem Areal der Propstei, dem ehemaligen Kloster in Alt St. Johann und bei den Thurfällen in Unterwasser wird Überraschendes und Frisches geboten.

24-Stunden-Klang: Eine visuelle non-stop 24 Stunden dauernde Klanginstallation in der Klosterkirche, von Thom Luz & Christian Zehnder

Thermonfona: Maschinenkunstmeisterin Sascha Alexa Martin Müller erschafft Klang aus Wärme.

Lausch-Klanggarten: Eine mit den Besuchenden interagierende Klanginstallation von Cello-Virtuose Stefan Baumann

Lichtspiel: Die Propstei bunt & keck in Farbe gesetzt vom Videokunst-Kollektiv Packungsbeilage

Seismisches Rauschen: Wie klingt der Berg? Eine Videoinstallation und vier Lesungen vom Glarner Musiker & Künstler Claudio Landolt

Unterwasserfall: Der Thurfall in Unterwasser liquid inszentiert, wieder vom Kollektiv Packungsbeilage

Windspiel: Ein Klangbad für Ohren und Sinne vom Basler Soundtüftler und Audiodesigner Till Zehnder

Weitere Infos zum ganzen Festilvaljahr: 

www.festivaljahr.ch

 

Klangwelt Toggenburg / Uzwil24