Wetterexperte Thomas Bucheli bei Senioren Jonschwil-Schwarzenbach
Einleitend gab Thomas Bucheli als Leiter der Wetter-Redaktion einen Einblick in den Tagesablauf seines Teams beim Schweizer Fernsehen. "Wir gehören zur Abteilung Information, nicht zur Abteilung Unterhaltung", hielt Bucheli fest und betonte die wissenschaftliche Basis ihrer Prognosearbeit, die er klar von Wetterschmöckern wie jenen aus dem Muotathal abgrenzte. Sein Team arbeite sowohl für die allgemeinen Wetterprognosen im TV als auch für zugeschnittene Prognosen im Auftrag von Veranstaltern von Grossevents wie beispielsweise einer Ski-WM.
Immer mehr Kanäle
Die Kanäle, auf denen die Wetterprognosen kommuniziert werden, seien in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Zu den "alten" wie TV, Radio und Zeitungen seien das Internet und Social Media gekommen.
"Ohne Sonne kein Wetter"
Thomas Bucheli ging danach tiefer in die Materie ein und unterstrich dabei die hohe Bedeutung der Sonneneinstrahlung auf das Wettergeschehen, das durch den steten Ausgleich der Energiedifferenzen angetrieben wird - immer auf der Suche nach einer ausgeglichenen Balance. Dies führe zum Transport von Luftmassen, zu Meeresströmungen und zu laufender Energieabgabe bzw. -aufnahme durch die verschiedenen Aggregatszustände des Wassers (Eis, Schnee, Wasser, Wolken, Nebel, Dampf). Veränderungen passierten fortwährend, manchmal eingeleitet durch kleine Impulse - wie den Flügelschlag eines Schmetterlings.
Prognosen immer besser: messen und modellieren!
Thomas Bucheli wies darauf hin, dass die Vergangenheit des Wetters nichts darüber aussage, wie es in der Zukunft sein werde. Das Wetter werde bestimmt durch "den Kampf der Kräfte" auf globaler Ebene, manifestiere sich aber stets lokal. Die besten Prognosen ergäben sich auf der Basis der aktuellen Lage mit möglichst vielen, genauen Daten. Dafür würden die Wetterwerte aus einem immer engmaschiger werdenden dreidimensionalen Gitternetz von Wetterstationen alle fünf Minuten gemessen und als Input-Daten für die Computermodellierung verwendet (beispielsweise Ensembles von Monte Carlo-Simulationen). Dadurch habe sich die Qualität der Wetterprognosen in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Je nach Wetterlage seien die Prognosen für 24 bis 72 Stunden ausgezeichnet und auch die Voraussage für den vierten Tag sei heutzutage besser als vor 30 Jahren für den kommenden Tag. Prognosen bis 16 Tage im Voraus, wie im Internet auf einzelnen Wetter-Portalen zu finden, seien hingegen aus der Luft gegriffen.