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Jonschwil
04.04.2024
04.04.2024 12:06 Uhr

Wetterexperte Thomas Bucheli bei Senioren Jonschwil-Schwarzenbach

Das Referat von Thomas Bucheli war mit zahlreichen Anekdoten gespickt. Kein Wunder, ist er doch schon seit 1987 für das Schweizer Fernsehens am "Wettern". Bild: jg
Es war interessant, spannend und unterhaltsam. Thomas Bucheli berichtete am 3. April aus seiner langjährigen Erfahrung als Meteorologe und Moderator von Wettervorhersagen beim Schweizer Fernsehen. Der Einladung der IG Aktives Alter und des Seniorentreffs Jonschwil-Schwarzenbach waren viele gefolgt.
Im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des kath. Pfarreiheims in Jonschwil folgten die Seniorinnen und Senioren den interessanten Ausführungen von Thomas Bucheli. Bild: jg
Gemeindepräsident Philipp Egger begrüsste den Referenten und die Teilnehmenden. Sein Dank ging auch an die Organisatoren sowie an die Helfer vor und hinter den Kulissen. Bild: jg
"So funktioniert das heute!" Mit computerbasierten Modellrechnungen wird das Wetter vorhergesagt. Bild: jg

Einleitend gab Thomas Bucheli als Leiter der Wetter-Redaktion einen Einblick in den Tagesablauf seines Teams beim Schweizer Fernsehen. "Wir gehören zur Abteilung Information, nicht zur Abteilung Unterhaltung", hielt Bucheli fest und betonte die wissenschaftliche Basis ihrer Prognosearbeit, die er klar von Wetterschmöckern wie jenen aus dem Muotathal abgrenzte. Sein Team arbeite sowohl für die allgemeinen Wetterprognosen im TV als auch für zugeschnittene Prognosen im Auftrag von Veranstaltern von Grossevents wie beispielsweise einer Ski-WM. 

Immer mehr Kanäle

Die Kanäle, auf denen die Wetterprognosen kommuniziert werden, seien in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Zu den "alten" wie TV, Radio und Zeitungen seien das Internet und Social Media gekommen. 

"Ohne Sonne kein Wetter"

Thomas Bucheli ging danach tiefer in die Materie ein und unterstrich dabei die hohe Bedeutung der Sonneneinstrahlung auf das Wettergeschehen, das durch den steten Ausgleich der Energiedifferenzen angetrieben wird - immer auf der Suche nach einer ausgeglichenen Balance. Dies führe zum Transport von Luftmassen, zu Meeresströmungen und zu laufender Energieabgabe bzw. -aufnahme durch die verschiedenen Aggregatszustände des Wassers (Eis, Schnee, Wasser, Wolken, Nebel, Dampf). Veränderungen passierten fortwährend, manchmal eingeleitet durch kleine Impulse - wie den Flügelschlag eines Schmetterlings.

Prognosen immer besser: messen und modellieren!

Thomas Bucheli wies darauf hin, dass die Vergangenheit des Wetters nichts darüber aussage, wie es in der Zukunft sein werde. Das Wetter werde bestimmt durch "den Kampf der Kräfte" auf globaler Ebene, manifestiere sich aber stets lokal. Die besten Prognosen ergäben sich auf der Basis der aktuellen Lage mit möglichst vielen, genauen Daten. Dafür würden die Wetterwerte aus einem immer engmaschiger werdenden dreidimensionalen Gitternetz von Wetterstationen alle fünf Minuten gemessen und als Input-Daten für die Computermodellierung verwendet (beispielsweise Ensembles von Monte Carlo-Simulationen). Dadurch habe sich die Qualität der Wetterprognosen in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Je nach Wetterlage seien die Prognosen für 24 bis 72 Stunden ausgezeichnet und auch die Voraussage für den vierten Tag sei heutzutage besser als vor 30 Jahren für den kommenden Tag. Prognosen bis 16 Tage im Voraus, wie im Internet auf einzelnen Wetter-Portalen zu finden, seien hingegen aus der Luft gegriffen.

Jürg Grau
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