Nach dem musikalischen Auftakt durch drei Talentschülerinnen begann Gemeindepräsident Philipp Egger seine erste Bürgerversammlung. In souveräner Art und Weise führte er durch, war mit den Dossiers vertraut und bestens vorbereitet. Seine Schäfchen waren bei der ersten Versammlung artig – das erste Jahr als junger Hirte hat Egger bald erfolgreich gemeistert.
Jahresrechnung 2023 mit Verlust
986’700 Franken waren im Budget als Verlust eingeplant, letztendlich betrug er eine halbe Million. Einmal mehr haben um eine Million höhere Steuereinnahmen zu einem positiver als erwarteten Jahresergebnis beigetragen. Auf der anderen Seite haben sich niedrigere Einnahmen/Erträge beim Grundbuchamt, höhere Ausgaben beim Unterhalt der Schulanlagen und gestiegene Beiträge für die stationäre Pflege negativ ausgewirkt. Trotz des Minus wurde die Jahresrechnung bei 181 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern ohne Gegenstimme angenommen.
Düstere Prognosen
Das Budget 2024 der Gemeinde Jonschwil sieht einen Aufwandüberschuss von knapp 2 Mio. Franken vor. Es sind wenig erfreuliche Prognosen für die Gemeinde. Und so mahnte Philipp Egger, dass der erst kürzlich gesenkte Steuerfuss (auf 117 Prozent) wohl bereits im nächsten Jahr wieder um 5 Prozent angehoben werden müsse. Es sei denn, es geschehe etwas Aussergewöhnliches. Denn auch die Beträge aus dem Finanzausgleich seien aufgrund der guten letzten Jahre niedriger. Wichtig sei, so Egger, der rasche Fortschritt bei der Ortsplanungsrevision, damit die Bautätigkeit bald wieder angekurbelt werden könne. Die Planung dazu liege im Zeitplan, im Sommer würden erste Vorschläge zum Zonenplan, Baureglement und den Schutzzonen der Bevölkerung vorgelegt. Man wolle weiterhin intelligent investieren – ein entsprechender Stillstand sei tunlichst zu vermeiden.
Umstrittener Veloweg
Der grösste Diskussionsbedarf entstand bei der geplanten Umlegung des Radwegs im Bereich der Schwarzenbacher Brücke. Für über eine Million Franken wird dieser neu gebaut, zu Lasten der Jonschwiler Steuerzahler gehen knapp 400’000 CHF. Einige Votanten sprachen sich entweder für oder gegen das Projekt aus. Über den Antrag des Bürgers Theo Hürlimann zur Streichung aus dem Budget konnte jedoch nicht abgestimmt werden, da es sich um eine gebundene Ausgabe im Investitionsbudget handelt. Da es ausser der subjektiv als zu lang empfundenen Beleuchtungszeit der LED-Lampen keine weiteren Anträge gab, konnte Philipp Egger seine erste Bürgerversammlung nach weniger als einer Stunde schliessen. Es hatte etwas den Anschein nach Schonzeit für den jungen Gemeindeammann. Auch wenn er selbst weiss, dass es wohl nicht immer so ruhig zugehen wird.