Die Versammlung, geführt vom Präsidenten Stefan Eggenberger, verlief effizient, und alle Traktanden fanden Zustimmung bei den Mitgliedern. Der Präsident beschränkte sich in seinen Begrüssungsworten auf ein Thema – die vom Bundesrat per Verfassung angedachte obligatorische Erdbebenversicherung für alle Gebäudeeigentümer. Ein sinnloses resp. unnötiges Unterfangen, befand der Präsident. Die vorgeschlagene "staatlich verordnete Solidarhaftung" schaffe ein gefährliches Präjudiz für andere Versicherungszweige und sei unnötig. Die Immobilieneigentümer seien selbst in der Lage, das Risiko abzuschätzen und zu entscheiden, ob sie sich versichern wollten.
Im Schnelldurchlauf präsentierte Vorstandsmitglied Ruedi Galli eine ausgeglichene Jahresrechnung, die angenommen wurde, und Präsident Eggenberger schritt schliesslich zu den Wahlen. Dabei gab es zwei Mutationen: Die beiden Vorstandsmitglieder Peter Haag aus Schwarzenbach und Heinrich Schiess auf Uzwil wurden nach langjähriger Tätigkeit im HEV verabschiedet. Der Vorstand wird um eine Person reduziert, besetzt wird die Vakanz durch den Uzwiler Yves Beutler – er wurde einstimmig gewählt.
Einflussnahme des HEV auf kantonaler und nationaler Ebene
Dr. Walter Locher überbrachte herzliche Grüsse im Namen des Kantonalverbandes. Locher betonte die bedeutsame Zusammenarbeit zwischen dem regionalen HEV, dem kantonalen Verband und dem nationalen Verband – und erklärte ausführlich, warum die finanzielle Unterstützung letzterer beiden von enormer Bedeutung ist. Ein zentraler Aspekt seiner Rede war die politische Einflussnahme auf breiter Ebene. Insbesondere vor dem Hintergrund des Drucks, dem das Eigentum ausgesetzt ist. Er erläuterte, wie man auf kantonaler Ebene diesem entgegenwirkt, beispielsweise bei der Überarbeitung des Planungs- und Baugesetzes des Kantons St.Gallen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen war die Frage der allgemeinen mobilen Erreichbarkeit, sei es durch die intelligente Planung von Fahrplanhaltestellen oder die Einführung von Tempo-30-Zonen. Locher verdeutlichte, dass man aktiv Einfluss auf das kantonale Strassenbauprogramm nehme, um diesen für Eigentümer wichtigen Belangen gerecht zu werden. Besonders hob er die bevorstehende nationale Abstimmung im Herbst über sechs Teilstücke zur Autobahnerweiterung hervor, welche als Grundsatzentscheidung für die Mobilität betrachtet wird. Er warnte eindringlich davor, dass bei einer Ablehnung dieses Ausbaus keine weiteren Autobahnen in der Schweiz gebaut würden, was unmittelbare Auswirkungen auf die Erreichbarkeit hätte – eine Entwicklung, die es unbedingt zu verhindern gelte. Abschliessend sprach Locher über ein brisantes Thema: die Notwendigkeit der Abschaffung des Eigenmietwerts. Ein Vorhaben, das aufgrund der schwierigen finanziellen Lage der Staatskasse aktuell eine grosse Herausforderung sei.
Fernwärme für Flawil
Zum Ende des offiziellen Teils informierte Luca Zillig, Geschäftsführer der Technischen Betriebe Flawil, über das Vorprojekt zur Fernwärmeversorgung der Gemeinde, welches auf der Wärmequelle der ARA basiert. Er erläuterte die Unterschiede zwischen der Machbarkeitsstudie und dem Vorprojekt, die nun behoben werden müssen. Noch bestehen bedeutende Unsicherheiten bezüglich Kosten, Absatzmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Standort der Wärmezentrale, jedoch besteht Zuversicht, diese Herausforderungen bewältigen zu können. Nach Abschluss des Vorprojekts Ende Mai wird eine Grundsatzentscheidung über die Fortführung des Projekts durch den Verwaltungsrat der Technischen Betriebe Flawil erforderlich sein. Die Finanzierung ist bereits zugesichert, und bei einem positiven Entscheid könnte bereits im Jahr 2027 Fernwärme bezogen werden.
Das Highlight des Abends war der Auftritt von Remo Forrer, dem Gewinner der dritten Staffel der Gesangs-Castingshow The Voice of Switzerland im Jahr 2020. Er vertrat die Schweiz beim Eurovision Song Contest 2023 in Liverpool. Kurzum: Es war ein rundum geglückter Abend des HEV Flawil-Uzwil.